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Buchempfehlungen Frühling/Sommer 2014

PerlaPERLA
von Carolina Robertis

592 Seiten

Der bewegende Roman einer jungen Frau in Argentinien und deren schmerzhafte Suche nach ihren Wurzeln und nach sich selbst.

Als einziges Kind gut situierter Eltern wächst Perla wohlbehütet in Buenos Aires auf: Ihre Mutter ist schön und elegant, aber unnahbar, ihr strenger Vater ein Marineoffizier, über dessen Beruf man nicht spricht. Obwohl Perla ahnt, dass über der Vergangenheit der Eltern ein dunkler Schatten liegt, ist ihre Liebe zu ihnen bedingungslos. Doch eines Tages kommt ein ungebetener Besucher zu ihr, und nichts ist mehr wie zuvor. Denn nun beginnt für sie eine Reise, auf der sie sich ihrem eigenen Schicksal stellen muss. Ein Schicksal, das sie mit vielen anderen ihrer Generation teilt – das Schicksal eines ganzen Landes.


JaracandabaumKINDER DES JACARANDABAUMS
von Sahar Delìjani

320 Seiten

Sie spielen im Hof, unter den blühenden Zweigen des Jacarandabaums. Wie ganz normale, glückliche Kinder sehen sie aus, Neda und ihre Cousinen. Doch die Mütter sind fort, eingesperrt für ihren Kampf um Freiheit im Iran. Jahre später, als Neda sich in den jungen Reza verliebt, begreift sie, dass die Vergangenheit der Eltern ihre Liebe zu zerstören droht. Neda beschließt, das jahrelange Schweigen über das Geschehene zu brechen.

Sahar Delíjanís bewegender Roman ist ein großes Panorama der Generationen und eine Liebeserklärung an die Menschen in ihrer Heimat.


DER DISTEFLINK
von Donna Tartt

1.024 Seiten

Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück, sein Vater hat ihn schon lange im Stich gelassen. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt ...
 


VOR DEM FEST
von Sasa Stanisic

320 Seiten, Gewinner des Leipziger Buchpreises

Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann – der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht zeigen will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Eine Füchsin sucht nach Eiern für ihre Jungen, und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, findet mehr Gründe gegen das Leben als gegen das Rauchen.

Niemand will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, treibt die Schlaflosen um. Alte Geschichten, Sagen und Märchen ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und edle Räuber in Fußballtrikots aufeinandertreffen. Sie alle möchten etwas zu Ende bringen, in der Nacht vor dem Fest.


EMMA SCHWEIGT
von Susanne Scholl

180 Seiten

Als würdige Nachfolgerin von Qualtingers legendärem Herrn Karl lebt die Rentnerin Emma in Wien und macht sich so ihre Gedanken über eine Welt, die nicht mehr ist, was sie mal war: die neue türkische Schwiegertochter ist schwanger, die Enkelin Luzie trägt zu enge Hose und den geschiedenen Ex-Mann Georg hat ein gerechter Schlaganfall niedergestreckt. Auch Sarema aus Grosny kommt nach Wien. Dass sie noch am Leben ist, hat sie ihrer Unbeugsamkeit und ihrem verzweifelten Mut zu verdanken: Im Tschetschenien-Krieg hat sie Mann, Bruder und Kinder verloren und ihr letztes Geld den Schleppern gegeben, die sie und ihren jüngsten Sohn Schamil nach Österreich gebracht haben. Sarema braucht Asyl, Emma nach einem Unfall Hilfe im Haushalt. Ihre Wege kreuzen sich, ihre Schicksale verbinden sich, eine Veränderung scheint möglich.
 


TOTENFRAU
von Bernhard Aichner

448 Seiten, Thriller

Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.

Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.
    Totenfrau


DIE SCHLAFWANDLER:
WIE EUROPA IN DEN ERSTEN WELTKRIEG ZOG
von Christopher Clark

896 Seiten

Bahnbrechende neue Erkenntnisse über den Weg in den Ersten Weltkrieg 1914

Lange Zeit galt es als ausgemacht, dass das deutsche Kaiserreich wegen seiner Großmachtträume die Hauptverantwortung am Ausbruch des Ersten Weltkriegs trug. In seinem bahnbrechenden neuen Werk kommt der renommierte Historiker und Bestsellerautor Christopher Clark (Preußen) zu einer anderen Einschätzung. Clark beschreibt minutiös die Interessen und Motivationen der wichtigsten politischen Akteure in den europäischen Metropolen und zeichnet das Bild einer komplexen Welt, in der gegenseitiges Misstrauen, Fehleinschätzungen, Überheblichkeit, Expansionspläne und nationalistische Bestrebungen zu einer Situation führten, in der ein Funke genügte, den Krieg auszulösen, dessen verheerende Folgen kaum jemand abzuschätzen vermochte. Schon jetzt zeigt sich, dass »Die Schlafwandler« eine der wichtigsten Neuerscheinungen zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs sein wird.
    


POLARLICHT IN DEN SEGELN:
EINE WINTERREISE ZU DEN LOFOTEN
von Arved Fuchs

144 Seiten

Der Nordatlantik ist kein gemütliches Segelrevier. Schon gar nicht im Winter. Erst recht nicht auf 68 Grad nördlicher Breite vor der Küste Norwegens, knapp oberhalb des Polarkreises. Keiner weiß das besser als Arved Fuchs, der Entdecker, Abenteurer und Seemann. Und dennoch lockt Fuchs genau im Winter dieses Ziel: eine Inselgruppe im Nordatlantik vor der norwegischen Nordwestküste. Mitten in der Polarnacht segelt Fuchs zu den Lofoten – um dem „Gold der Meere“ zu folgen, dessen Ruf seit Jahrhunderten und bis heute tausende Berufs- und Freizeitfischer erliegen: dem Kabeljau. Auf seiner winterlichen Reise von Bergen nach Tromsø fragt Fuchs nach Geschichte und Gegenwart, aber auch nach der Zukunft der Fischerei – von Fischerkrieg bis Nachhaltigkeit.Die Schönheit der Landschaft, die Besonderheit des Segelns im Winter, das spezielle Licht – all dies wurde von Harald Schmitt, sechsmaligem Gewinner des World Press Photo Awards, eingefangen. Die Fotos ergänzen kongenial die Texte von Arved Fuchs und Peter Sandmeyer.