Sie sind hier

Buchtipps Archiv 2014


November | Dezember 2014

Einfach unvergesslichEinfach unvergesslich
von Rowan Coleman

409 Seiten

Der Name deiner erstgeborenen Tochter. Das Gesicht deines Mannes. Dein Alter. Deine Adresse. Was wäre, wenn du dich an all diese Dinge nicht mehr erinnern könntest? Was wäre, wenn es kein Gestern mehr gäbe, sondern nur noch den Zauber einzelner Augenblicke? Neuerdings weiß Claire nicht mehr, welcher Schuh zu welchem Fuß gehört. Oder wie das orangefarbene Gemüse heißt, das auf dem Herd köchelt. Und manchmal geht sie im Pyjama spazieren. Sie weiß, dass das nicht normal ist. Doch das Leben ist zu kurz, um Trübsal zu blasen. Und so schreibt sie, noch bevor die letzte Erinnerung verblasst, all die großen und kleinen Momente der vergangenen Jahre nieder. Wohl wissend, dass diese Gedankenschnipsel schon bald das Einzige sein werden, was ihrer Familie von ihr bleibt. Dabei gibt es noch so viel zu erledigen: Sie muss sich mit ihrer Tochter versöhnen und ihrem Mann zeigen, wie sie die Lieblingslasagne ihrer Kinder zubereitet. Sie muss ein letztes Mal leben, frei sein, sich vielleicht auch neu verlieben. Denn das Leben ist eine Wundertüte. Und wenn die Zeit davonrennt, ist jede Minute kostbar.

Rowan Coleman lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire. Wenn sie nicht gerade ihren fünf Kindern hinterherjagt, darunter lebhafte Zwillinge, verbringt sie ihre Zeit am liebsten schlafend, sitzend oder mit dem Schreiben von Romanen. Da kann das Bügeln schon mal zu kurz kommen. Rowan wünschte, ihr Leben wäre ein Musical, auch wenn ihre Tochter ihr mittlerweile verboten hat, in der Öffentlichkeit zu singen.

»Einfach unvergesslich« ist ihr elfter Roman.


September | Oktober 2014

OveEin Mann namens Ove
von Fredrik Backman

368 Seiten

Ein Mann namens Ove – schräg, witzig, anrührend

Ove ist ein richtiger Horrornachbar. Mit seinen Blockwart-Allüren tyrannisiert der Frührentner seine Umgebung. Doch was niemand weiß: Der pedantische Ove, der scheinbar mehr Gefühl für gutes Werkzeug aufbringt als für seine Mitmenschen, ist im Grunde ein sensibler, einsamer Mann. Seit dem Tod seiner geliebten Frau sieht er keinen Sinn mehr im Leben und verfolgt nur noch ein Ziel: seinen Suizid – perfekt geplant und ausgeführt natürlich.

Doch seine neuen Nachbarn scheinen alles daran zu setzen, sein letztes Ziel vereiteln zu wollen: Eine junge Familie, die nicht nur ständig gegen Oves Regelwerk verstößt, sondern sich zu allem Überfluss auch noch langsam aber sicher in sein Herz schleicht. Wie soll Ove sich da in Ruhe umbringen?

Fredrik Backman
Mit seinem ersten Roman "Ein Mann namens Ove" hat Fredrik Backman Schweden und die ganze Welt erobert. Fredrik Backman wurde 1981 geboren, hat als Gabelstapler-Fahrer und Kolumnist gearbeitet und wurde als Blogger bekannt. Fredriks zweiter Roman "Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid", ist schon ein Riesenerfolg bei den schwedischen Lesern. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern in Solna bei Stockholm.


Juli | August 2014

Emma schweigtEMMA SCHWEIGT
von Susanne Scholl

180 Seiten

Als würdige Nachfolgerin von Qualtingers legendärem Herrn Karl lebt die Rentnerin Emma in Wien und macht sich so ihre Gedanken über eine Welt, die nicht mehr ist, was sie mal war: die neue türkische Schwiegertochter ist schwanger, die Enkelin Luzie trägt zu enge Hose und den geschiedenen Ex-Mann Georg hat ein gerechter Schlaganfall niedergestreckt. Auch Sarema aus Grosny kommt nach Wien. Dass sie noch am Leben ist, hat sie ihrer Unbeugsamkeit und ihrem verzweifelten Mut zu verdanken: Im Tschetschenien-Krieg hat sie Mann, Bruder und Kinder verloren und ihr letztes Geld den Schleppern gegeben, die sie und ihren jüngsten Sohn Schamil nach Österreich gebracht haben. Sarema braucht Asyl, Emma nach einem Unfall Hilfe im Haushalt. Ihre Wege kreuzen sich, ihre Schicksale verbinden sich, eine Veränderung scheint möglich.


Mai | Juni 2014

Verdun 1916Verdun 1916
von Olaf Jessen
 

"So furchtbar kann nicht einmal die Hölle sein", entsetzte sich ein Augenzeuge. Nie wieder starben mehr Soldaten auf so engem Raum wie in Verdun 1916. Olaf Jessen zeichnet auf der Grundlage vergessener Dokumente ein neues Bild der Schlüsselschlacht des Ersten Weltkrieges. Glänzend erzählt und unter die Haut gehend: für alle, die den Großen Krieg aus Sicht der Frontsoldaten und Heerführer beider Seiten neu kennenlernen wollen. 300 Tage und 300 Nächte tobte die Urschlacht des Jahrhunderts. Sie durchkreuzte die alliierten Pläne an der Somme, beschleunigte den Kriegseintritt der USA, verschärfte den Niedergang des deutschen Heeres, befeuerte die Dolchstoßlegende und stieß die Entwicklung moderner Luftwaffen an. Und sie legte den Keim für Frankreichs Katastrophe 1940 im "Blitzkrieg" der Wehrmacht. Es ist kein Zufall, dass gerade Verdun später zum Erinnerungsort der deutsch-französischen Freundschaft wurde.


Der NachlassDer Nachlass Domenico Minettis
von Dietmar Gnedt
 

Erster Weltkrieg: War der Italiener Domenico Minetti ein Kriegsverbrecher? Ein Liebender? Ein Mensch wie jeder andere? Im Lager Wieselburg der k. u. k. Monarchie wurden zur Zeit des Ersten Weltkrieges rund 51 000 Kriegsgefangene festgehalten. Liebe und Leid des 1917 dort inhaftierten Domenico Minetti haben bis ins Jahr 2013 nachhaltige Auswirkungen auf das Leben seiner Enkelin Rosa. Sie muss sich auf den Weg in die Vergangenheit machen, um die Gegenwart bewältigen zu können. Was hat Domenico damals in Bassano Veneto erlebt, an den Fronten zwischen dem Königreich Italien und der Donaumonarchie, im Wahnsinn des Ersten Weltkrieges? Sind es dunkle Schatten oder ist es ein helles Licht, das da aus dem Vergangenen heraufleuchtet? Ein Roman gegen Hass und Krieg. Eine Geschichte über die Menschenliebe. Die faszinierende Enträtselung eines großen Geheimnisses von gestern.


April 2014

PerlenApanies Perlen
von Judith W. Taschler

Oskar ist auf der Suche nach seinen Vorfahren. Er weiß, dass seine Mutter sich umgebracht hat und dass sich sein Erzeuger noch vor seiner Geburt für eine andere Frau entschieden hat. Aber wie sieht der weitere Stammbaum aus? Die Suche nach dem Ahnen führt Oskar nach Amerika: Er besucht dort ein College und geht eine Affäre mit seiner Gastmutter ein, die wenig mit Österreich am Hut hat. Als der 19-Jährige schlussendlich seinen Großvater findet, nimmt die Erzählung eine unerwartete Wendung.

Neben Oskar sind drei weitere Erzählungen im Band enthalten: Bis der Tod uns scheidet ist die Geschichte eines Autohändlers, der sich in eine Katholikin verliebt und daran zerbricht.

In Apanies Perlen, erzählt Taschler von einer magischen Kette, deren Perlen von einem Aboriginemädchen im Norden Australiens aufgetaucht werden. Die Kette wird von einer Person zur nächsten gereicht, bekommt ein Eigenleben - es geht sogar so weit, dass einer der Besitzer zu der Kette spricht. Ein modernes Märchen quasi, in einem passenden, feinfühligen Ton geschrieben.

In der Mitte des Buchs versteckt ist die gelungenste Geschichte: Worst Case. Hierin zeichnet die Autorin das Szenario einer Welt, in der der Euro nicht mehr existiert und sämtliche Konten der Europäer eingefroren worden sind.

In Summe eine lesenswerte Sammlung an Geschichten, die auch völlig getrennt voneinander gelesen werden können. Der gemeinsame Nenner der Texte liegt nicht in der Lebenswelt der Figuren, sondern in deren starken Persönlichkeiten.

TaschlerJudith W. Taschler wurde 1970 in Linz geboren und ist mit sechs Geschwistern in Putzleinsdorf, Mühlviertel, aufgewachsen. Sie hat Germanistik und Geschichte studiert und unterrichtete einige Jahre als Deutschlehrerin. Jetzt lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Innsbruck. Der Debütroman "Sommer wie Winter" erschien im Februar 2011, insgesamt gab es vier Auflagen. In Tirol wurde vom Kulturamt Innsbruck eine fünfte Sonderauflage von 10.000 Stück im Zuge des Projektes "Innsbruck liest" verteilt. Der zweite Roman "Die Deutschlehrerin" erschien am 13. Februar 2013 und ist bereits in der vierten Auflage. Die Autorin ist damit für den Friedrich-Glauser-Preis 2014 nominiert. Im Februar 2014 erschien "Apanies Perlen".

März 2014

Ein vollkommener TagEin vollkommener Tag
von Richard Paul Evans

Robert Harlan liebt seine Frau Allyson, seine Tochter Carson und sein Hobby, die Schriftstellerei. Seine Frau ermutigt ihn, den Traum von der Karriere als Autor auch in die Tat umzusetzen. Eines Tages scheint sein Glück perfekt: Er wird entdeckt, und sein Roman wird zum Bestseller. Berauscht vom Ruhm verliert Robert den Blick für sein Familienglück, bis er einem Unbekannten begegnet, der seine Vergangenheit und Zukunft zu kennen scheint und ihm prophezeit, dass er am letzten Tag des Jahres sterben wird ...

 

Richard Paul Evans lebt mit Frau und Kindern in Italien und Utah. Seine Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und teilweise für das Fernsehen verfilmt.
Alle seine Romane gelangten auf die Bestsellerliste der New York Times. Sein größter Erfolg bislang war der Bestseller "Die wundersame Schatulle", den er ursprünglich als Weihnachtsgeschichte für seine Kinder geschrieben hatte. Weltweit wurden über dreizehn Millionen Exemplare seiner Bücher verkauft.